diners club magazine

mit seinen großformatigen ölbildern erschafft
der österreichische maler frank glanz ein tieferes abbild der natur.
den betrachter regt er zum erfühlen der realität an

 begegnung mit der wirklichkeit

 „es gibt viele dinge, die über unseren verstand hinausgehen und die für den menschen dennoch ganz, ganz wichtig sind. liebe etwa können wir nicht messen, wiegen oder sehen, aber dass es die liebe gibt, daran besteht ja wohl kein zweifel. ich wage mich unbewusst und bewusst an diese scheinbar – im doppelten wortsinn – ,unangreifbaren‘ dinge heran. wer meine bilder betrachtet, wird vielleicht sehen, dass sie da sind, fühlen wird er sie aber ganz bestimmt.“

für frank glanz stellt diese art der begegnung mit der wirklichkeit eine wesentlich tiefere form des lebensbezugs dar, als es die oberflächliche betrachtung schaffen könnte. liegt das daran, dass der künstler 1949 in salzburg das licht der welt erblickte, in der hauptstadt der musik, in der man sich seit jeher mehr auf das gefühl verlassen hat als auf das greifbare? zu einem teil gewiss. zum anderen aber stammt diese innere einstellung aus seiner beschäftigung mit den geistigen traditionen der weltkulturen, mit denen frank glanz sich auf seinen vielen reisen auseinandergesetzt hat.

so entstand in seinem werk ein tieferes abbild der natur, etwas, das der fotorealismus nicht wiedergeben kann, denn er spiegelt ja nur die wirklichkeit. frank glanz aber entdeckt sie, obwohl er sie „eigentlich“ nur abbildet. doch in seinen werken – speziell in denen, die sich mit flora und fauna beschäftigen – findet sich etwas derart mystisches, dass man gar nicht anders kann, als den blick immer wieder zu den großformatigen gemälden zurückschweifen zu lassen. gibt es mehr zu sehen? nein, eben nicht zu sehen, sondern zu fühlen. wie man musik mehr fühlt als hört, vorausgesetzt, man ist sensitiv genug.

frank glanz beherrscht die kunst der gefühlsvermittlung wie ein ganz großer, und wie einer von ihnen malt er auch – in der technik der alten meister. bis eines seiner bilder entsteht, vergehen oft monate. frank glanz ist somit einer der wenigen, die das handwerkliche genauso ernst nehmen wie das inhaltliche. das spürte wohl auch der berühmte surrealist giorgio de chirico, der frank glanz 1977 den kunstpreis „premio nazionale per l’arte ed il lavoro“ verlieh. der durchbruch war geschafft, ausstellungen in aller welt, ankäufe für bedeutende sammlungen folgten fast zwangsläufig.

all dies aber hat frank glanz nicht überheblich werden lassen, im gegenteil: als suchender, der er ist, blieb er immer bescheiden, wissend, dass das, was er abbildet, größer ist als er, der versucht, diesem in einem begrenzenden rahmen eine neue wirklichkeit zu verleihen, durch die die originale auf einer tieferen ebene verstanden wird.

ein surrealist aber ist frank glanz deshalb nicht, auch dem wiener fantastischen realismus lässt er sich nicht zuordnen. er entzieht sich einer kategorisierung und überrascht immer wieder – etwa durch reine kompositionen wie „kardinäle“ oder seinen zyklus über den heiligen sebastian.

gleich ist all seinen werken, dass sie jene wirklichkeit aufzeigen, die zwar in der realität vorhanden, aber eben nicht auf den ersten blick zu fassen ist. erst wenn man sich tatsächlich auf sie eingelassen hat, gelingt es uns, sie – und somit gleichzeitig auch uns selbst – zu entdecken. und genau das ist es, was die faszination der glanzschen bilder ausmacht: wir begegnen uns in ihnen selbst, zumindest jenem teil von uns, der viel zu oft unterdrückt wird – unserer erkenntnisfähigkeit.

mehr zu frank glanz unter www.frankglanz.com

cm-leser können seine bilder mit ihrer dc-karte bezahlen. die nächste ausstellung wird am 9. juni 2004 um 19 uhr in der galerie gondolph-zink in sonthofen im allgäu eröffnet.

📖 artikel erschienen in «diners club magazine» (deutsche ausgabe), juni 2004, nr. 6/04, seite 42.

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Frank Glanz – 5020 Salzburg – C.F. (Steuer NR) 93/191/1077 – info@frankglanz.com